Wie oft sollte man ein Glossing machen? Wann eine Auffrischung sinnvoll ist
Ein frisch veredelter Farbton wirkt glänzend, ruhig und harmonisch. Besonders bei blondierten Haaren, Balayage oder Strähnen sorgt ein Glossing häufig dafür, dass warme Reflexe ausgeglichen werden und die Haarfarbe wieder genau die Richtung bekommt, die man sich wünscht.
Nach einigen Wochen verändert sich dieser Effekt jedoch langsam. Der Ton wird wärmer, der Glanz lässt etwas nach oder das Blond wirkt nicht mehr ganz so klar wie direkt nach dem Friseurtermin.
Dann stellt sich schnell die Frage: Wie oft sollte man ein Glossing eigentlich machen – und muss es wirklich alle vier, sechs oder acht Wochen erneuert werden?
Die kurze Antwort lautet: Ein Glossing sollte nicht nach einem starren Kalender erneuert werden, sondern dann, wenn sich Farbton oder Glanz sichtbar verändern und du dir wieder eine Auffrischung wünschst.
Wie schnell dieser Zeitpunkt kommt, ist von Haar zu Haar unterschiedlich.
Wie lange hält ein Glossing normalerweise?
Ein Glossing ist eine Farbveredelung, deren Pigmente sich nach und nach wieder aus dem Haar herauswaschen. Anders als bei einer permanenten Coloration soll dabei in der Regel keine starke dauerhafte Farbveränderung entstehen.
Wie lange das Ergebnis sichtbar bleibt, hängt deshalb nicht nur vom verwendeten Farbton ab, sondern vor allem vom Zustand des Haares, von der Ausgangsfarbe und davon, wie das Haar zu Hause behandelt wird.
In der Praxis sehen wir häufig einen Zeitraum von ungefähr sechs bis acht Wochen, in dem ein Glossing noch schön sichtbar ist. Bei manchen Haaren bleibt ein harmonischer Farbton auch deutlich länger erhalten. Sehr blondiertes oder poröses Haar kann bestimmte Pigmente dagegen bereits früher verlieren.
Deshalb finden wir pauschale Aussagen wie „Ein Glossing muss alle sechs Wochen gemacht werden“ nicht besonders sinnvoll.
Zwei Kundinnen können am selben Tag mit einem sehr ähnlichen Blond den Salon verlassen – und trotzdem kann sich das Glossing bei einer von beiden deutlich schneller verändern.
Warum verblasst ein Glossing bei blondiertem Haar häufig schneller?
Blondiertes Haar wurde während der Aufhellung chemisch verändert. Je nach Ausgangshaar, gewünschter Helligkeit und bisheriger Haargeschichte kann die Haarstruktur dadurch poröser sein als bei unbehandeltem Naturhaar.
Eine porösere Haarstruktur kann Farbpigmente anders aufnehmen und teilweise auch schneller wieder abgeben. Genau deshalb kann ein sehr kühles Blond nach einigen Wochen wieder etwas wärmer erscheinen, obwohl die eigentliche Blondierung natürlich weiterhin vorhanden ist.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Glossing schlecht gearbeitet hat.
Oft wird lediglich der natürliche Untergrund der Aufhellung wieder deutlicher sichtbar, während die veredelnden Pigmente langsam nachlassen.
Gerade bei sehr kühlen Blondtönen ist diese Veränderung häufig schneller wahrnehmbar als bei natürlicheren Beige-, Sand- oder wärmeren Blondnuancen. Je größer der optische Unterschied zwischen dem aufgehellten Untergrund und dem gewünschten Zielton ist, desto eher fällt auf, wenn sich die Veredelung langsam herauswäscht.
Wie oft braucht blondiertes Haar ein Glossing?
Bei blondiertem Haar kann eine Auffrischung teilweise bereits nach vier bis sechs Wochen sinnvoll sein – vor allem dann, wenn ein sehr klarer, kühler oder neutraler Farbton erhalten werden soll.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Blond nach vier Wochen erneut behandelt werden muss.
Wenn dir dein Farbton weiterhin gefällt, das Blond harmonisch aussieht und du mit dem Ergebnis zufrieden bist, besteht kein Grund, allein wegen einer bestimmten Wochenzahl einen neuen Glossing-Termin zu buchen.
Bei vielen unserer Kundinnen liegt der sinnvolle Abstand eher bei sechs bis acht Wochen oder sogar darüber.
Wir orientieren uns deshalb am Haar und am gewünschten Ergebnis – nicht ausschließlich am Kalender.
Wie oft braucht man bei Balayage oder Airtouch ein Glossing?
Bei Balayage, Airtouch und feineren Strähnentechniken kann ein Glossing besonders wichtig sein, weil das Farbergebnis nicht allein durch die Aufhellung entsteht.
Die Blondierung schafft zunächst die Helligkeit. Das anschließende Glossing veredelt diesen aufgehellten Untergrund und beeinflusst, ob das Ergebnis beispielsweise kühl, beige, cremig, neutral oder etwas wärmer wirkt.
Gerade bei weich verlaufenden Techniken wie Airtouch und Balayage muss jedoch nicht automatisch die komplette Blondierung erneuert werden, nur weil sich der Ton verändert hat.
Das ist einer der großen Vorteile solcher Farbkonzepte: Der Übergang zum Naturansatz kann weiterhin schön aussehen, während lediglich die Nuance in den Längen und Spitzen aufgefrischt wird.
Ein Glossing kann deshalb eine sinnvolle Möglichkeit sein, einen größeren Blondtermin hinauszuzögern und trotzdem wieder mehr Farbfrische und Glanz ins Haar zu bringen.
Woran erkenne ich, dass mein Glossing erneuert werden sollte?
Der richtige Zeitpunkt ist meistens ziemlich leicht zu erkennen.
Vielleicht wirkt dein Blond plötzlich wärmer als unmittelbar nach dem letzten Termin. Vielleicht fehlt dir der Glanz, die Farbe erscheint insgesamt matter oder eine ursprünglich sehr schöne Beige- beziehungsweise Kühlnuance ist kaum noch sichtbar.
Das Entscheidende ist aber: Nicht jede Veränderung bedeutet automatisch, dass etwas „falsch“ geworden ist.
Ein Glossing ist bewusst keine dauerhaft unveränderliche Farbe. Dass sich die Nuance im Laufe der Haarwäschen entwickelt, gehört zum Charakter dieser Farbveredelung dazu.
Viele Kundinnen mögen ihr Haar sogar in mehreren Stadien sehr gerne: direkt nach dem Termin etwas klarer und intensiver, einige Wochen später etwas natürlicher und weicher.
Erst wenn du selbst merkst, dass dir die Farbwirkung nicht mehr gefällt, ist eine Auffrischung sinnvoll.
Warum hält ein Glossing bei manchen sechs Wochen und bei anderen zehn?
Einen großen Einfluss hat die Haarstruktur.
Gesünderes, weniger poröses Haar kann Pigmente anders halten als sehr stark aufgehelltes oder bereits mehrfach chemisch behandeltes Haar. Gleichzeitig spielt eine Rolle, wie häufig das Haar gewaschen wird.
Wer jeden Tag wäscht, setzt die Farbpigmente wesentlich häufiger Wasser und Reinigungsprodukten aus als jemand, der nur zwei- oder dreimal pro Woche wäscht.
Auch hohe Stylingtemperaturen und die verwendete Haarpflege beeinflussen, wie sich Haarfarbe und Glanz zwischen zwei Salonterminen entwickeln.
Das erklärt auch, warum wir bei einem Glossing keinen universellen Rhythmus für alle Kundinnen vorgeben.
Der optimale Abstand entsteht aus Haarstruktur, gewünschter Nuance, Pflegegewohnheiten und dem persönlichen Anspruch an die Farbfrische.
Muss ein Glossing immer beim nächsten Friseurtermin gemacht werden?
Nein.
Wenn dein Farbton noch schön aussieht, muss nicht automatisch erneut geglosst werden.
Genauso kann es sinnvoll sein, zwischen zwei größeren Farbterminen nur ein Glossing einzuplanen, ohne erneut Strähnen oder eine komplette Blondveränderung vorzunehmen.
Gerade das macht Glossing für viele Kundinnen so interessant: Wir können Farbton und Glanz auffrischen, ohne jedes Mal wieder dieselbe große Farbdienstleistung durchführen zu müssen.
Ob ein Glossing sinnvoll ist, schauen wir deshalb bei deinem Termin individuell an.
Wenn du noch grundsätzlich wissen möchtest, was ein Glossing genau macht, welche Haarfarben davon profitieren und worin der Unterschied zu einer klassischen Coloration liegt, findest du das ausführlich in unserem Grundlagenartikel „Was ist ein Glossing für die Haare?“. Damit vermeiden wir hier bewusst, dieselben Grundlagen doppelt zu erklären.
Kann man die Zeit bis zum nächsten Glossing zu Hause verlängern?
Bis zu einem gewissen Grad ja.
Die richtige Pflege kann dafür sorgen, dass sich Haar und Farbe zwischen den Salonterminen länger schön anfühlen und aussehen. Sie kann ein professionelles Glossing allerdings nicht vollständig ersetzen.
Besonders bei Blond ist wichtig, zwischen Pflege und Farbkorrektur zu unterscheiden.
Wenn das Haar lediglich etwas an Glanz verliert, kann eine passende hochwertige Pflegeroutine bereits viel bewirken. Wenn sich dagegen die eigentliche Nuance deutlich verändert, benötigt das Haar gegebenenfalls wieder Farbpigmente.
Für bestimmte Farbtöne kann deshalb auch eine pigmentierte Farbpflege für zu Hause sinnvoll sein.
In unserem Salon arbeiten wir dafür unter anderem mit individuell auswählbaren evo FAB Pro Farbpflegen. Sie können dabei helfen, vorhandene Farbnuancen zwischen zwei Friseurterminen aufzufrischen. In unserem FAB-Pro-Bereich im Onlineshop findest du verschiedene Nuancen wie Ash, Beige, Natural, Copper oder Toners. Welche davon sinnvoll ist, hängt allerdings immer von deiner tatsächlichen Ausgangsfarbe ab.
Gerade bei Blond würden wir deshalb nicht einfach irgendeine stark pigmentierte Pflege auswählen, nur weil auf der Verpackung „kühl“ steht. Zu viel oder ein unpassendes Pigment kann das Ergebnis ebenso verändern wie zu wenig Pigment.
Ist Silbershampoo dasselbe wie ein Glossing?
Nein.
Ein Silbershampoo arbeitet mit violetten beziehungsweise farbausgleichenden Pigmenten und kann bei bestimmten gelblichen Reflexen unterstützend wirken. Ein professionelles Glossing lässt sich dagegen wesentlich genauer auf die vorhandene Ausgangsfarbe und die gewünschte Zielnuance abstimmen.
Ein schönes Blond besteht schließlich nicht automatisch darin, möglichst viel Gelb aus dem Haar zu entfernen.
Manche Blondtöne benötigen beispielsweise Beige, Gold, Violett, Blau oder eine Kombination verschiedener Nuancen, damit das Ergebnis harmonisch wirkt.
Deshalb ist „möglichst kühl“ nicht immer automatisch „möglichst schön“.
Wenn dein Blond einen unerwünschten Gelbstich entwickelt, kannst du zusätzlich unseren Beitrag „Wie verhindere ich Gelbstich bei blondiertem Haar?“ lesen. Dort geht es gezielt um dieses Problem und nicht allgemein um die Haltbarkeit eines Glossings.
Kann man ein Glossing auch zu häufig machen?
Auch bei einer vergleichsweise sanften Farbveredelung gilt für uns: Nur weil etwas möglich ist, muss es nicht ständig gemacht werden.
Ein Glossing bleibt eine chemische beziehungsweise oxidative Farbserviceleistung und sollte einen nachvollziehbaren Zweck erfüllen.
Wenn Farbton und Glanz weiterhin schön sind, sehen wir keinen Vorteil darin, das Haar nur wegen eines starren Termins erneut zu behandeln.
Das entspricht auch unserer grundsätzlichen Arbeitsweise im Salon: Wir möchten nicht möglichst viele Dienstleistungen verkaufen, sondern nur das machen, was für das jeweilige Haar und das gewünschte Ergebnis sinnvoll ist.
Gerade bei bereits stark blondiertem oder beanspruchtem Haar schauen wir deshalb immer auf den aktuellen Haarzustand, bevor eine weitere Farbveredelung durchgeführt wird.
Kann ein Glossing den Blondtermin ersetzen?
Teilweise – aber nicht dauerhaft.
Wenn die vorhandene Helligkeit noch zu deinem Wunsch passt und lediglich die Nuance etwas aufgefrischt werden soll, kann ein Glossing einen größeren Blondtermin durchaus nach hinten verschieben.
Sind dagegen Ansatz, Helligkeitsverteilung oder komplette Farbgestaltung nicht mehr so, wie du sie möchtest, reicht ein Glossing allein irgendwann nicht mehr aus.
Es kann vorhandene Helligkeit veredeln, aber nicht beliebig neue Helligkeit erzeugen.
Deshalb unterscheiden wir zwischen Farbe auffrischen und Farbe neu gestalten.
Bei einer Airtouch- oder Balayage-Kundin kann das beispielsweise bedeuten, dass zwischen zwei größeren Blondterminen einmal nur geschnitten, gepflegt und geglosst wird. So bleibt das gesamte Farbergebnis lange schön, ohne das Haar unnötig oft erneut aufzuhellen.
Was kostet ein Glossing und brauche ich dafür einen Beratungstermin?
Ob dein Glossing als alleiniger Farbservice sinnvoll ist oder mit einer anderen Leistung kombiniert wird, können wir normalerweise direkt beim Termin beurteilen.
Ein separates großes Beratungsgespräch ist für eine normale Glossing-Auffrischung in der Regel nicht notwendig.
Wir schauen uns Ausgangsfarbe, Haarzustand und deinen aktuellen Wunsch an und entscheiden danach, welche Nuancierung sinnvoll ist.
Wenn du dein Glossing wieder auffrischen möchtest, kannst du deinen passenden Termin über unsere Online-Terminbuchung auswählen.
Unser Fazit: Wie oft sollte man ein Glossing machen?
Ein Glossing sollte so oft erneuert werden, wie es dein Farbergebnis tatsächlich benötigt – und nicht nach einem pauschalen Kalender.
Bei blondiertem und poröserem Haar kann eine Auffrischung teilweise bereits nach vier bis sechs Wochen sinnvoll sein. Bei vielen Balayage-, Airtouch- und Strähnenkundinnen liegen sechs bis acht Wochen oder mehr dazwischen. Bei Naturhaar oder sehr haltbaren Nuancen kann ein Glossing auch wesentlich seltener notwendig sein.
Viel wichtiger als die genaue Anzahl der Wochen ist die Frage: Gefällt dir dein Farbton noch? Ist der Glanz noch da? Wirkt dein Blond beziehungsweise deine Haarfarbe weiterhin harmonisch?
Wenn die Antwort ja lautet, besteht kein Grund, das Glossing vorsorglich zu erneuern.
Wenn der Ton dagegen sichtbar an Frische verliert, wärmer wird oder dir schlicht nicht mehr so gut gefällt, können wir ihn gezielt wieder auffrischen.
Genau so verstehen wir professionelle Farbpflege: nicht so häufig wie möglich, sondern so häufig wie sinnvoll.
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